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Beruflich orientierte Sprachkurse erhöhen die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund in der Grundsicherung

Im Jahr 2009 lebten rund 16 Millionen Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland, das entspricht 19,6 % der Bevölkerung.* Die Bevölkerung mit eigener Migrationserfahrung - die seit 1950 Zugewanderten – machen knapp zwei Drittel aller Personen mit Migrationshintergrund aus. Gut sieben Millionen der Menschen mit Migrationshintergrund haben eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Menschen mit Migrationshintergrund haben oft keine guten deutschen Sprachkenntnisse. Diese sind jedoch Voraussetzung für eine gelingende Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Der Gesetzgeber setzte daher zwei Schwerpunkte der Deutschförderung für Personen mit Deutsch als Zweitsprache: Die bundesweit im Rahmen des Zuwanderungsgesetzes eingeführten Integrationskurse mit allgemeinsprachlicher Deutschförderung schaffen eine gute Basis. Ergänzt und vertieft wird dieses Angebot durch berufsbezogene Deutschfördermaßnahmen. Diese werden durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanziert.

Die Bundesagentur für Arbeit fördert Kundinnen und Kunden mit Migrationshintergrund nachhaltig und unterstützt deren Teilnahme an berufsbezogenem Deutschunterricht, der in der Regel aus folgenden Komponenten besteht:

  • Fachunterricht (ausgehend von Vorkenntnissen, ausgerichtet auf die Anforderungen der angestrebten Beschäftigung)
  • Praktikum
  • Betriebsbesichtigungen.

Ein berufsbezogener Kurs dauert in Vollzeit sechs Monate, bei Teilnahme in Teilzeit bis zu zwölf Monate. Die Sprachenschule erstattet Teilnehmern, die Grundsicherung erhalten, die Fahrtkosten. Bei Bedarf hilft sie auch weiter falls Kursteilnehmer Kinderbetreuung benötigen.

Pro Jobcenter bzw. Agentur für Arbeit ist ein Kursträger für die Durchführung der Kurse zuständig. So nehmen beispielsweise Teilnehmer aus Weinheim, die Leistungen der Grundsicherung beziehen und mit besseren fachlich relevanten Deutschkenntnissen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, in Heidelberg an den berufsbezogenen Sprachkursen teil. Die Agentur für Arbeit und der Sprachkursträger arbeiten hierbei sehr eng zusammen.

Nach der Zuweisung zum berufsbezogenen Sprachkurs durch die Agentur für Arbeit stellt der Sprachkursträger fest welches Kompetenzniveau der Teilnehmer in Deutsch besitzt. Der Sprachkurs findet idealerweise in möglichst homogenen Gruppen statt, etwa in einer Gruppe bestehend aus Akademikern oder einer Gruppe mit gewerblich-technisch orientierten Teilnehmern. Die Kurse schließen mit einem Zertifikat ab.

Nach dem Abschluss des Programms werden Teilnehmer, die Leistungen zur Grundsicherung beziehen und nicht direkt aus dem Programm heraus (z.B. über ihre geleisteten Praktika) integriert werden konnten, in der Weinheimer Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Mannheim, individuell weiter betreut, bis ein passender sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz gefunden ist.

Seit dem Beginn der Sprachkurse in Heidelberg im April 2010 hat die Geschäftsstelle Weinheim der Agentur für Arbeit Mannheim 26 Personen mit Migrationshintergrund in berufsbezogene Sprachkurse zugewiesen. In Kursen für Akademiker bzw. Produktionsmitarbeiter werden zur Zeit drei Personen geschult. Sieben weitere Teilnehmer werden in Kürze ihre Kurse beginnen.

(*Quelle: Statistisches Bundesamt, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit: Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2009)

(Quelle: Agentur für Arbeit Mannheim, 17.11.2011)

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