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Agentur für Arbeit Mannheim zieht Bilanz für das Ausbildungsjahr 2010/11

Ausbildungsmarkt

  • Ausbildungsbereitschaft der Betriebe weiterhin hoch.
  • Reiches Angebot an Ausbildungsberufen in Mannheim und der Region.
  • Geringe Anzahl unversorgter Bewerber

Von Oktober 2010 bis September 2011 suchten 3.074 junge Menschen mit Hilfe der Agentur für Arbeit Mannheim eine Ausbildungsstelle. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr. „Zurückzuführen ist das Bewerberplus auf den intensiven Einsatz unserer Beratungsfachkräfte in den Schulen. Des Weiteren greifen die zahlreichen präventiven Maßnahmen, die in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Netzwerkpartnern die Jugendlichen frühzeitig im Berufswahlprozess begleiten“, erklärt Rolf Schumacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mannheim, den erhöhten Einschaltungsgrad des Teams Berufsberatung.

Den Bewerbern standen 2.605 betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber, ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies zeigt eine hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe, um ihren zukünftigen Fachkräftebedarf zu decken. Damit kommen im abgelaufenen Ausbildungsjahr auf jede betriebliche Ausbildungsstelle 1,2 Bewerber. Dieser Wert entspricht dem Vorjahr.

Die Zahl der am 30. September noch nicht versorgten Bewerber umfasste 16 Jugendliche, mit denen die Berufsberatung weiterhin berufliche Alternativen erarbeitet. Im Rahmen des Nationalen Ausbildungspaktes finden gemeinsam mit den Jugendlichen, der Berufsberatung und den Ausbildungsberatern der Kammern erneute Gespräche statt. Hier werden nochmals alle Chancen für das aktuelle Ausbildungsjahr genutzt. Auch nach Ende des statistischen Ausbildungsjahres kann die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Mannheim noch unterschiedliche Ausbildungsangebote anbieten.

Der Ausgleich von Angebot und Nachfrage und wie sich die Schwerpunkte auf einzelne Berufsgruppen verteilen, ist auf dem Ausbildungsstellenmarkt entscheidend. Fast 29 Prozent der Jugendlichen nennen als ersten Wunsch einen Beruf aus den Top 5 der Wunschberufe – Tendenz steigend. Am beliebtesten waren bei den jungen Frauen und Männern in diesem Jahr wieder die kaufmännischen Berufe. 248 Bewerberinnen und Bewerber wollten Bürokaufmann/Bürokauffrau werden. Dem gegenüber stand ein Angebot von 146 Stellen, so dass ein Teil dieser Bewerber auch andere Berufe in Betracht zog. Ansonsten zeigte sich auch in diesem Jahr wieder ein geschlechterspezifisches Berufswahlverhalten. In den persönlichen Gesprächen der Berufsberater mit den Jugendlichen wirken diese jedoch darauf hin, deren Talente und individuellen Begabungen bei der Berufswahl in den Vordergrund zu stellen und nicht nur die bekannten Berufe in Betracht zu ziehen.

„Positive Beispiele von Männern in Sozial- und Pflegeberufen sind selten zu finden. Ebenso ist die Bewerbergruppe der jungen Frauen bei technischen Berufen immer noch unterrepräsentiert. Hinsichtlich des steigenden Fachkräftebedarfs in einigen Branchen ist es daher unser Ziel, dieses Potenzial in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern stärker für den Arbeitsmarkt zu erschließen“, sagt Rolf Schumacher. Aktuell nimmt der Anteil junger Frauen, die sich für Büro- und Dienstleistungsberufe interessieren, noch zu. Bei den jungen Männern steht erstmalig der Kraftfahrzeugmechatroniker an erster Stelle, gefolgt von den technischen und kaufmännischen Klassikern wie Industriemechaniker und Kaufmann im Einzelhandel.

Dass 118 Ausbildungsplätze noch nicht besetzt werden konnten, erklärt Rolf Schumacher mit den gestiegenen Anforderungen der Betriebe. „Die hohen Ansprüche, die heute in vielen Wirtschaftszweigen an Beschäftigte gestellt werden, spiegeln sich auch in höheren Erwartungen an Schulabgänger wider. Wo früher oftmals ein durchschnittlicher Hauptschulabschluss ausreichte, wird heute häufig die Mittlere Reife gefordert. Oftmals bringen gerade diejenigen eine hohe Motivation und Leistungsbereitschaft mit, die auf den ersten Blick weniger geeignet erscheinen.“ Außerdem sind unter den unbesetzten Ausbildungsplätzen auch viele Stellen, die kurzfristig frei wurden, nachdem Bewerber abgesagt haben.

Manche Auszubildende haben trotz Schulabschluss noch nicht die erforderliche Ausbildungsreife und der direkte Einstieg ins Berufsleben klappt nicht auf Anhieb. Eine Einstiegsqualifizierung dient den Unternehmen und Jugendlichen dazu, sich über Notenspiegel hinweg besser in der beruflichen Praxis kennenzulernen. Momentan stehen etwa 150 betriebliche Einstiegsqualifizierungen (EQ) zur Verfügung. Diese von den Kammern zertifizierten 6-12monatigen Betriebspraktika haben eine wichtige Brückenfunktion und können bei einer anschließenden Ausbildung angerechnet werden. Zusätzlich ist für die Teilnehmer Förderunterricht und sozialpädagogische Begleitung möglich. Darüber hinaus stellt die Agentur 233 Plätze für Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen bereit. „Jeder Jugendliche, der im Moment noch an einer Ausbildungsstelle oder einer Alternative interessiert ist, bekommt von uns ein passendes Angebot“, betont Rolf Schumacher.

(Quelle: Arbeitsagentur Mannheim, 07.11.2011)

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