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Projekt „Perspektive 50plus“ erfolgreich in der Grundsicherungsstelle Schwetzingen

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Die Zahl älterer Menschen nimmt entsprechend der demografischen Entwicklung stetig zu. Nach wie vor sind ältere Menschen jedoch weniger gut in den Arbeitsmarkt integriert als jüngere. Die Beschäftigungsfähigkeit von Personen zwischen 50 und 65 Jahren hängt neben gesundheitlichen Einschränkungen stark von deren Qualifikation ab. Ältere sind durchschnittlich deutlich länger arbeitslos als Jüngere. Im Bereich der Agentur für Arbeit Mannheim ist jedoch derzeit eine positive Entwicklung zu beobachten. Die Agentur für Arbeit Mannheim legt mit Erfolg ein besonderes Augenmerk auf die Betreuung und Vermittlung älterer Langzeitarbeitsloser. Hinzu kommt, dass auch Arbeitssuchende, die älter als 50 Jahre alt sind, vom allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung profitieren.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales rief zur Verbesserung der Beschäftigungschancen insbesondere älterer Langzeitarbeitsloser im Jahr 2005 die Initiative „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“ ins Leben und stellt Fördermittel zur Verfügung. Dieses Projekt richtet sich vornehmlich an Personen, die Leistungen zur Grundsicherung, also Hartz IV, beziehen. Im Jahr 2011 sind 421 Jobcenter und damit mehr als 95 Prozent aller Grundsicherungsstellen bundesweit am Projekt „Perspektive 50plus“ beteiligt.

Die Grundsicherungsstellen Schwetzingen und Weinheim der Agentur für Arbeit Mannheim sind seit 2008 zusammen mit den Jobcentern Mannheim und Heidelberg sowie im Rhein-Neckar-Kreis mit den Grundsicherungsstellen Heidelberg, Wiesloch und Sinsheim Paktpartner. Das Ziel, ältere Arbeitslose und Arbeitsuchende in eine nachhaltige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu vermitteln wird insbesondere durch eine zielgruppenspezifisch ausgerichtete Beratung und Vermittlung, den Aufbau und die Intensivierung persönlicher Arbeitgeberkontakte sowie die Sensibilisierung der Arbeitgeber für die Einstellung Älterer verfolgt.

Derzeit werden in der Grundsicherungsstelle Schwetzingen 283 Personen im Projekt Perspektive 50plus betreut. Dazu stehen Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler zur Verfügung, die sich speziell um diesen Personenkreis kümmern.

Je mehr sich eine Arbeitsvermittlerin oder ein Arbeitsvermittler mit einem Kunden befassen kann, desto besser lernen sie die Stärken des lebenserfahrenen Kunden kennen. Gemeinsam mit dem Kunden wird eine Strategie zur Optimierung der Chancen auf eine Integration in den Arbeitsmarkt entwickelt. Dazu gehört das Erarbeiten möglicher Berufsfelder, Bewerbertrainings, die Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern hinsichtlich z.B. Lebensberatung oder Wohnsituation sowie die passende Qualifizierung unter Berücksichtigung der persönlichen, beruflichen und Arbeitsmarkt-Situation. Durch diese intensive Vermittlungsarbeit konnten 2011 in Schwetzingen bereits 20 ältere Hartz IV-Empfänger in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden.

Ein gutes Beispiel für den Erfolg einer beharrlichen Vermittlungsarbeit im Projekt Perspektive 50plus ist ein Kunde aus dem Bereich der Grundsicherungsstelle Schwetzingen. Er ist heute 53 Jahre alt und seit April 2005 arbeitslos. Er bezieht seit November 2005 Leistungen der Grundsicherung. Der Kunde hat keine abgeschlossene Berufsausbildung, jedoch viel Berufserfahrung in den Bereichen Software-Programmierung, Hardware, Web-Design und Datentechnik. Die dafür nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten hatte er sich überwiegend in Eigenregie angeeignet. Sein zunehmendes Lebensalter, die fehlende Ausbildung und seine letzte Tätigkeit als Selbstständiger waren die größten Herausforderungen auf dem Weg zu einer neuen Beschäftigung. Im März 2008 wurde er in das Projekt Perspektive 50plus aufgenommen.

Zahlreiche Vermittlungsversuche im Rahmen des Projektes schlugen zunächst fehl aufgrund fehlender aktueller Qualifikationen. Die Auslotung seiner Chancen auf dem Arbeitsmarkt in Verbindung mit der Berücksichtigung seiner EDV-Affinität führten dazu, dass er von April 2009 bis Februar 2010 an einer Weiterbildung zum Java-Programmierer und –Entwickler teilnahm, die durch die Agentur für Arbeit Mannheim gefördert wurde. Dennoch blieben Bewerbungserfolge aus – jetzt verfügte der Kunde zwar über eine nachgefragte Qualifikation, mußte sich aber häufig gegenüber jüngeren Bewerbern mit entsprechender Erfahrung geschlagen geben. Motiviert durch die enge Zusammenarbeit und intensive Gespräche mit seiner 50plus-Arbeitsvermittlerin hat der Kunde nicht aufgegeben und sich kontinuierlich weiter beworben. Heute ist er überglücklich: Im September 2011 wird er eine Tätigkeit als Software-Entwickler beginnen und ab dann keine Sozialleistungen mehr in Anspruch nehmen.

(Quelle: Agentur für Arbeit Mannheim, 22.09.2011)

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