Arbeitsagentur zieht positive Bilanz zum Berufsberatungsjahr 2010/11
Lehrstellen nahmen zu - etwas weniger Bewerber.
Die Situation auf dem regionalen Ausbildungsmarkt im Ludwigsburger Landkreis hat sich im Zuge der wirtschaftlichen Erholung weiter verbessert. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze ist gestiegen und es haben sich etwas weniger Jugendliche als Bewerber um eine Lehrstelle vormerken lassen.
Zum Ende des Berufsberatungsjahres 2010/11 kann die Agentur für Arbeit Ludwigsburg eine positive Bilanz ziehen. „Der konjunkturelle Aufschwung festigte die bisher schon hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in unserer Region. Die Betriebe suchen mehr Auszubildende um sich, vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels, den eigenen Nachwuchs zu sichern. Fast alle gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber konnten versorgt werden. Die meisten Unternehmen fanden die geeigneten Ausbildungsinteressenten“, kommentiert Jürgen Schwab, Leiter der Ludwigsburger Arbeitsagentur, die statistischen Zahlen zum abgelaufenen Berufsberatungsjahr.
Das Beratungsjahr der Berufsberatung geht vom 1. Oktober des Vorjahres und endet mi dem 30 September. In dieser Spanne wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter 2.649 Ausbildungsstellen gemeldet, 135 oder 5,4 Prozent mehr als im vorangegangenen Beratungsjahr.
Erfreulicherweise gab es darunter bei den betrieblichen Ausbildungsplätzen (2.518) ein deutliches Plus um 380 oder 17,8 Prozent, während bei den außerbetrieblichen Angeboten (131) ein Rückgang um 245 oder 65,5 Prozent zu verzeichnen war. „Die Zahlen stammen aus unserer Geschäftsstatistik und bilden nicht den gesamten Ausbildungsstellenmarkt ab, da der Arbeitsagentur nicht alle Lehrstellen gemeldet werden. Eine endgültige Bewertung ist daher erst am Jahresende möglich, wenn die Zahl der insgesamt abgeschlossenen Ausbildungsverträge feststeht. Unsere Daten lassen aber auf ein verbessertes Ausbildungsangebot schließen“, interpretiert Schwab die Entwicklung.
Im Laufe des Beratungsjahres haben sich 2.909 Jugendliche als Bewerber um einen Ausbildungsplatz vormerken lassen, 66 oder 2,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Viele von ihnen sind zweigleisig gefahren und hatten sich parallel zur Lehrstellensuche auch für eine weiterführende Schule, eine schulische Ausbildung wie auch um einen Studienplatz beworben. Ende September waren noch 21 von ihnen als unversorgt registriert, die gleiche Anzahl wie im vorangegangenen Beratungsjahr. Diesen Bewerbern gilt weiterhin die Aufmerksamkeit der Berufsberatung. Mit ihnen werden weitere Beratungsgespräche geführt, in denen Vorschläge und Alternativen unterbreitet werden.
Zum Abschluss des Beratungsjahres waren noch 248 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet. „Offene Ausbildungsplätze und gleichzeitig unversorgte Bewerber sind in sich kein Widerspruch, denn nicht immer passen die Berufswünsche der jungen Menschen und die Ansprüche der Unternehmen zusammen“, erklärt Schwab die für beide Seiten schwierige Situation.
Wie jedes Jahr zeigten sich in den Berufssparten leichte Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage. Im Bereich der Büroberufe wurden 377 Ausbildungsstellen angeboten und 544 Jugendliche waren hier als Bewerber vorgemerkt. Ähnlich war die Situation bei den Ausbildungsplätzen für Schlosser und Mechaniker. Dort kamen auf 109 Lehrstellen für Schlosser 161 Bewerber. Bei den Mechanikern kamen auf 109 Angebote 168 Berufswünsche. Speziell bei den Malern und Lackierern standen 59 Ausbildungsplätzen 95 Jugendliche gegenüber. Fast ausgeglichen war es bei den Elektrikern. Hier kamen auf 127 Angebote 122 Berufswünsche von Jugendlichen.
Weniger ausgeprägt waren diese in Richtung Gästebetreuer. Hier standen den angebotenen 128 Ausbildungsplätzen lediglich 84 Berufsziele junger Menschen gegenüber.
1.083 der gemeldeten Bewerber oder annähernd 40 Prozent hatten einen Hauptschulabschluss. 1.192 und damit etwas über 40 Prozent besuchten die Realschule, 495 oder knapp ein Fünftel hatten die Fachhochschul- oder Hochschulreife. „Insbesondere Schüler mit schwächeren Leistungen tun sich beim Einstieg ins Berufsleben schwer. Hier unterstützen wir mit Fördermaßnahmen“, so Schwab abschließend.
(Quelle: Arbeitsagentur Ludwigsburg, 07.11.2011)

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