Ausbildungsmarkt bietet große Chancen
mehr Ausbildungsstellen als im Vorjahr - Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen steigt deutlich – Anforderungen für immer mehr Bewerber zu hoch
Den Jugendlichen im Berufswahlprozess steht in der Region ein breitgefächertes und vielfältiges Ausbildungsplatzangebot zur Verfügung. Das Angebot an gemeldeten Ausbildungsstellen ist im vergangenen Ausbildungsjahr überdurchschnittlich gestiegen. Wilhelm Schreyeck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz freut sich über die hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in der Region. „Von dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des Fachkräftebedarfs handeln die Betriebe absolut richtig und zukunftsorientiert.“
Die Chance der Jugendlichen für einen erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben ist groß. Die Anforderungen der Unternehmen an die Jugendlichen sind hoch, Bewerber mit Hemmnissen haben es schwer eine Chance zu erhalten. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen zum Ausbildungsjahresende hat folglich weiter zugenommen. Der Informationsbedarf der Jugendlichen ist groß und die vielfältigen Angebote der Berufsberatung werden sehr gut angenommen, denn trotz sinkender Schulabgängerzahlen steigt die Bewerberzahl bei der Berufsberatung bereits im zweiten Jahr in Folge deutlich.
Zwischen Oktober 2010 und September 2011 haben die Unternehmen der Region der Agentur für Arbeit Konstanz 1 914 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 226 oder 13,4 Prozent mehr als im letzten Ausbildungsjahr. Das Angebot an Ausbildungsstellen ist stärker gestiegen als in den umliegenden Agenturbezirken Ravensburg (+7,3 %), Rottweil (+1,2 %), Villingen-Schwenningen (10,7 %) und der Landesschnitt Baden-Württembergs (9,9 %).
Die regionale Entwicklung im Agenturbezirk ist dabei sehr unterschiedlich: die Bezirke Überlingen und Singen melden ein deutliches Stellenplus, in Überlingen um 135 auf 479 und in Singen um 109 auf 751. Konstanz und Stockach melden dagegen eine leicht gesunkene Zahl an Ausbildungsstellen, in Konstanz um 14 auf 525 und in Stockach um vier auf 159.
Im Bereich der Dienstleistungsberufe wurden 1 201 Ausbildungsstellen angeboten, das sind 13,7 % mehr als im Vorjahr, der Bereich der Fertigungsberufe weist mit 14,2 Prozent auf 650 noch einen leicht höheren Steigerungswert auf. Die meisten Ausbildungsstellen kamen aus dem Handel (371), der Hotellerie und Gastronomie (260), aus Verwaltungs- und Büroberufen (194), aus Gesundheitsberufen (140) und der Elektrobranche (99).
146 gemeldete Ausbildungsstellen blieben zum Ende des Berichtsjahres unbesetzt. Diese Zahl hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Insbesondere die in der Region stark vertretene Gastronomiebranche tut sich schwer, die benötigte Anzahl an Ausbildungskräften zu bekommen. Diese Berufe erfreuen sich unter den Jugendlichen keiner großen Beliebtheit.
1 733 Jugendliche haben im vergangenen Ausbildungsjahr die Fachkräfte der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Konstanz kontaktiert und um Unterstützung bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle gebeten. Trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen ist die Bewerberzahl im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent gestiegen. Rund die Hälfte der Ausbildungsplatzbewerber (47,7 Prozent - Anteil leicht rückläufig) haben das allgemeinbildende oder berufsbildende Schulsystem nicht erst in diesem Jahr verlassen. Diesen Bewerbern gilt die besondere Aufmerksamkeit der Berufsberatung, mit dem Ziel eines möglichst reibungslosen Übergangs vom Schulsystem ins Beschäftigungssystem.
Die Zahl der Jugendlichen, die von der Berufsberatung betreut wurden und die zum Ausbildungsjahresende noch unversorgt sind, liegt bei elf. Alle elf haben einen Schulabschluss: drei einen Hauptschulabschluss, fünft den Realschulabschluss und drei die Fachhochschulreife. Fünf der elf sind Bewerber, die sich bereits im Vorjahr erfolglos um eine Ausbildungsstelle beworben haben.
139 Jugendliche erhalten eine Berufsausbildung, die von der Agentur für Arbeit finanziert wird, weitere 87 Jugendliche besuchen seit diesem Herbst Fördermaßnahmen. Sie nehmen an Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teil. Diese dienen dem Abbau von Qualifikationsdefiziten, der Berufsorientierung und der intensiven Ausbildungsplatzsuche. Praktika in Betrieben wechseln sich mit stützendem Unterricht, Sozial- und Verhaltenstraining, sowie dem Erarbeiten von Bewerbungsstrategien ab.
Weitere 157 Auszubildende erhalten zusätzlichen Förderunterricht, der im Rahmen von Ausbildungsbegleitende Hilfen bezahlt wird. Im Rahmen der Prävention beteiligt sich die Agentur für Arbeit darüber hinaus an verschiedenen Projekten, mit denen im neuen Schuljahr insgesamt annähernd 600 Schüler aus Förder-, Haupt- und Beruflichen Schulen bei der Berufswahl unterstützt werden.
(Quelle: Arbeitsagentur Konstanz, 07.11.2011)

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