Unternehmen bilden wieder deutlich mehr aus
„Die konjunkturelle Erholung hat die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt geprägt“, stellt Bettina Münz, Geschäftsführerin und stellvertretende Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur, fest. „Das Angebot an gemeldeten Ausbildungsstellen hat im Vergleich zum letzten Jahr deutlich zugenommen und überstieg erstmals seit 1994 wieder die Zahl der Bewerber.
Es ist gelungen, nahezu jedem ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Angebot zu unterbreiten. In Gesprächen mit den Unternehmen war deutlich zu spüren, dass der Ausbildung, der Qualifizierung und dem Erhalt des Fachkräftebestandes hohe Bedeutung beigemessen wurde“.
Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen lag im Landestrend. Die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt hat sich aufgrund der sehr guten konjunkturellen Entwicklung in diesem Jahr deutlich verbessert. Lediglich drei Jugendliche haben zum Stichtag 30.09.2011 keinen Ausbildungsplatz oder ein Alternativangebot erhalten. Weitere 400 Jugendliche waren zwar bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz in diesem Jahr nicht erfolgreich, konnten aber eine Qualifizierungsmaßnahme beginnen, um bis zum nächsten Ausbildungsbeginn ihre Marktchancen zu verbessern.
Die Bewerbersituation
4 825 Bewerberinnen und Bewerber haben bei ihrer Ausbildungsplatzsuche die Berufsberatung und den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Göppingen eingeschaltet. Das waren 263 oder 5,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach Agenturangaben hat sich das Bewerberpotenzial insgesamt dadurch verringert, dass zum einen die Zahl der sog. Altbewerber, also die Bewerber, die die Schule bereits in den Vorjahren abgeschlossen hatten, um 12,2 Prozent abgenommen hat. Zum anderen aber habe sich bei einer leicht rückläufigen Zahl an Schulabgängern der Trend zu immer höherwertigeren Schulabschlüssen weiter fortgesetzt mit der Folge, dass weniger junge Menschen für eine duale Berufsausbildung zur Verfügung standen.
Die Ausbildungsstellensituation
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum Berichtsjahr 2009/2010 um 461 oder 9,5 Prozent auf 5 311 Ausbildungsstellen gestiegen. Die stabile Wirtschaftslage und der drohende Fachkräftemangel hat die Unternehmen in der Region bewogen, wieder deutlich mehr Ausbildungsstellen anzubieten als in den Krisenjahren 2009 und 2010. Damit hat sich aus Sicht der Ausbildungsplatzsuchenden die Situation verbessert. Rein rechnerisch kamen 1,1 Ausbildungsstellen auf einen Bewerber. Im Jahr davor waren es 0,95 Ausbildungsstellen auf einen Bewerber.
374 gemeldete Ausbildungsstellen (im Vorjahr 179 Ausbildungsstellen) blieben zum Ende des Ausbildungsjahres unbesetzt, obwohl nicht alle Bewerberinnen und Bewerber eine Ausbildung beginnen konnten und mit Alternativen vorlieb nehmen mussten. Für Bettina Münz, „ist dies in erster Linie ein strukturelles Problem, da die Anforderungen der Ausbildungsbetriebe an ihren künftigen Nachwuchs und die Kompetenzen bzw. die Berufswünsche der Bewerberinnen und Bewerber nicht immer zusammenpassen. Hinzu kam, dass das Bewerberpotenzial insgesamt deutlich geringer war als in den Jahren zuvor.“
Trotz einer sich abzeichnenden Abschwächung der Konjunktur und bestehender Unsicherheiten in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Laufe des Jahres 2012 appelliert Bettina Münz an die Betriebe, „auch im kommenden Jahr auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses zu setzen und frühzeitig die Ausbildungsstellen der Agentur für Arbeit zu melden. Die demografische Entwicklung und der zunehmende Bedarf an qualifizierten Fachkräften machen es notwendig, sich als Unternehmen im Wettbewerb um junge Nachwuchskräfte frühzeitig zu positionieren“.
(Quelle: Arbeitsamt Göppingen, 07.11.2011)

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