Woche der Menschen mit Behinderung; Behindert - na und?!
Die Bundesagentur für Arbeit führt in dieser Woche eine bundesweite Aktionswoche für Menschen mit Behinderung durch, an der auch die Balinger Arbeitsagentur teilnimmt. Die gezielte Ansprache von Arbeitgebern soll die Hemmschwelle zur Einstellung behinderter Menschen senken und mit weit verbreiteten Irrtümern aufräumen.
Die Fachleute sind sich einig:
„Wir brauchen Menschen mit Handicap! Auch sie können dazu beitragen, dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken!“ Dass das nicht nur wohlklingende Worte sind, zeigen zahlreiche Beispiele erfolgreicher Eingliederung behinderter Menschen in die Arbeitswelt. Ein eindrucksvoller Beleg dafür ist die Jugendherberge Burg Wildenstein. Sie gehört dem Landesverband Baden-Württemberg des deutschen Jugendherbergswerks an. Dort hat man schon seit vielen Jahren sehr gute Erfahrungen mit der Beschäftigung Behinderter gemacht. Dabei sind die Arten der Behinderung so unterschiedlich wie die Menschen selbst. „Es kommt eben darauf an, den Menschen - egal, ob behindert oder nicht - die richtigen Aufgaben zu geben. Am passenden Arbeitsplatz ist deshalb auch jeder Behinderte eine Bereicherung für die betriebliche Gemeinschaft“, so Thomas Heinrich von der Herbergsleitung der Burg Wildenstein.
Paul Stauß, Spezialist für berufliche Rehabilitation im Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Balingen, arbeitet schon lange eng mit den Personalverantwortlichen der Jugendherberge zusammen. Er freut sich besonders, wenn Arbeitgeber „es auch mal mit vermeintlich Schwächeren versuchen.“
Herbergsleiterin Beatrice Lier versichert: „Das machen wir gerne und aus Überzeugung. Nicht umsonst lautet das Motto unserer Einrichtung „Gemeinschaft erleben“. Mit Unterstützung der Arbeitsagentur ist es uns in diesem Jahr gelungen, einen Arbeitsplatz zu besetzen. Wir nehmen auch unseren sozialen und gesellschaftlichen Auftrag gegenüber Menschen mit Behinderung sehr ernst und haben ganz gezielt einen behinderten Beschäftigten gesucht.“ Lier ermuntert angesichts ihrer eigenen guten Erfahrungen Unternehmen, Vorurteile gegenüber Behinderten über Bord zu werfen und ihnen eine Chance zu geben.
In der Belegschaft des Herbergspersonals beträgt der Anteil der behinderten Beschäftigten über 20 Prozent. Und das klappt gut. Natürlich sei hier und da je nach Handicap etwas mehr Anleitung und Betreuung notwendig, aber allein das Gefühl, der Behinderte gewinnt am Arbeitsplatz an Selbstbewusstsein, weil er eine Aufgabe hat, selbständiger wird und eigenes Geld verdient, belohnt für manchen Aufwand.
Die Herbergsleiter der Burg Wildenstein: „Behinderte Beschäftigte sind eine Bereicherung!“
(Quelle: Arbeitsagentur Balingen, 09.12.2011)

Zurück: Der Arbeitsmarkt im November: Arbeitslosenquote unverändert bei 3,7 Prozent. Anteil älterer und schwerbehinderter Arbeitsloser steigt.

