Jobs suchen und finden: Stellenmarkt · Stellenangebote Ingenieure · Stellenangebote IT · Arbeiten in England
Benutzerspezifische Werkzeuge
  • Anmelden
Navigation
 

Ausbildungsmarkt bietet gute Chancen. Rechnerisch für Jeden ein Ausbildungsplatz.

Nach Ende des Berufsberatungsjahres 2010/2011 fällt die Bilanz auf dem Ausbildungsmarkt positiv aus. Georg Link, Leiter der Agentur für Arbeit Balingen, zeigte sich erfreut über das bemerkenswert große Engagement der Ausbildungsbetriebe in der Region.

„Fachkräftebedarf und demografischer Wandel sind seit Überwindung der Wirtschaftskrise die bestimmenden Schlagworte bei den Unternehmen. Die Betriebe haben daher intensiv nach Nachwuchskräften gesucht und so vielen Jugendlichen die Chance auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben ermöglicht“, so Link. Ausdrücklich lobte er in dem Zusammenhang die hervorragende Zusammenarbeit mit den Kammern, die einen wichtigen Anteil an der Gewinnung zusätzlicher Ausbildungsstellen haben.

Rein rechnerisch waren die Chancen auf eine Lehrstelle in diesem Jahr so gut wie nie, weil die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen sogar höher war als die der Bewerber. „Die demografische Entwicklung mit rückläufigen Schülerzahlen macht sich noch nicht durch einen Bewerberrückgang bemerkbar“, erläutert Link. „Wir verzeichnen sogar im Verhältnis zum Vorjahr fast 9 Prozent mehr Jugendliche, die bei uns als Bewerberinnen und Bewerber gemeldet waren.“

Im Verlauf des Berufsberatungsjahres von Oktober 2010 bis Ende September 2011 waren 2.190 junge Leute, 175 mehr als im letzten Berichtszeitraum, als Bewerber um eine betriebliche Ausbildungsstelle gemeldet. Besonders durch zahlreiche berufsorientierende Maßnahmen und weitere Aktivitäten aller am Ausbildungsmarkt beteiligten Institutionen konnte dies trotz der rückläufigen Schülerzahlen und einer anhaltenden Tendenz zu einem längeren Verbleib im Schulsystem erreicht werden.

Das Angebot an gemeldeten Stellen ist noch stärker gestiegen als die Zahl der Bewerber. Betriebe und Verwaltungen suchten mit Hilfe der Berufsberatung 2.360 Auszubildende, 383 oder fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Link erläuterte, dass die Statistik der Bundesagentur für Arbeit den Ausbildungsmarkt nicht vollständig abbilden kann. Arbeitgeber und Jugendliche können die Dienstleistungen der Berufsberatung und Ausbildungsstellenvermittlung freiwillig in Anspruch nehmen. Sie bedienen sich heutzutage vielfach auch anderer Medien bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer Nachwuchskraft, beispielsweise verschiedener Portale im Internet oder der Homepages von Unternehmen.

Mit Unterstützung der Berufsberatung fanden 1.222 Jugendliche einen Ausbildungsplatz, mehr als die Hälfte aller Bewerber. Weitere 370 junge Frauen und Männer gehen weiter zur Schule oder zum Studium, 143 entschieden sich für ein Arbeitsverhältnis oder Praktikum. Weitere 110 Personen mündeten in Fördermaßnahmen. Am Ende des Berufsberatungsjahres blieben nur 6 Personen unversorgt und hatten nicht zumindest eine Alternative zu einem Ausbildungsplatz in der Tasche.

Trotzdem sind zum Ende des Berichtszeitraums noch 108 Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben, 43 mehr als im Jahr zuvor. „Wir lassen da nicht nach“, so Link, „sondern versuchen in den nächsten Wochen, sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite jede Lücke zu schließen“. Dass der Markt trotz der rechnerischen Bilanz nicht ganz ausgeglichen war, liegt an den Abweichungen zwischen Berufswunsch und Ausbildungsplatzangebot. Bewerber und Lehrstelle passen manchmal einfach nicht zusammen. Auch sehr flexible Bewerber kommen nicht für alle Lehrstellen in Frage. Wenn die geforderten schulischen Leistungen nicht stimmen oder Schlüsselqualifikationen wie Motivation, Teamfähigkeit oder Zuverlässigkeit fehlen, klappt es nicht mit dem Abschluss eines Lehrvertrags. Oft wäre auch regionale Mobilität notwendig. Jugendliche unter 18 Jahren sind aber unter Umständen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und können manchmal den Betrieb deshalb nicht zu den üblichen Arbeitszeiten erreichen. Darüber hinaus scheut mancher Bewerber den Auszug aus dem familiären Umfeld trotz möglicher finanzieller Unterstützung.

Das neue Berufsberatungsjahr hat inzwischen begonnen, so dass das Augenmerk sich nun auch schon wieder in die Zukunft richtet. Jungen Leuten, die im nächsten Jahr die Schule verlassen, rät Link: „Kommt rechtzeitig - am besten gleich - zur Berufsberatung. Je früher man weiß, in welche Richtung die Berufswegplanung geht, umso früher kann man sich um einen Ausbildungsplatz bemühen. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in genau dem Beruf, den man am besten kann und am meisten mag, sinken erfahrungsgemäß mit jeder Woche, die man ungenutzt verstreichen lässt.“

(Quelle: Arbeitsamt Balingen, 10.11.2011)

T5 Jobmessen