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Beruf ist ein goldenes Armband

Dieses türkische Sprichwort war Motto eines Informationsaustausches, zu dem Landrat Günther-Martin Pauli MdL die Vorstände der Moscheevereine des Zollernalbkreises eingeladen hatte.

Solche Gespräche gibt es regelmäßig. Diesmal war Schwerpunktthema die berufliche Situation von türkischen und türkischstämmigen Menschen. Daher fand die Veranstaltung gemeinsam mit den Leitern von Arbeitsagentur und Jobcenter in den Räumen der Agentur für Arbeit Balingen statt.

Georg Link, Chef der Balinger Arbeitsagentur, informierte über die aktuelle Arbeitsmarktlage. Im Zollernalbkreis liegt derzeit die Arbeitslosenquote derzeit bei 4,0 Prozent, bei den Ausländern mit 9,2 Prozent jedoch deutlich darüber. Besonders auffällig: Annähernd 90 Prozent der türkischen Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Der Vortrag machte deutlich, wie wichtig Schulabschluss und Berufsausbildung zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit sind. Link bat angesichts ermutigender Zahlen vom Ausbildungsmarkt daher die Vertreter der Moscheevereine um Unterstützung bei dem Bemühen, Jugendliche vom Nutzen einer guten Ausbildung zu überzeugen.

Rolf Döderlein, Geschäftsführer des Jobcenters Zollernalbkreis, erläuterte den Zuhörinnen und Zuhörern die Aufgaben und Zuständigkeiten von Arbeitsagentur und Jobcenter. Sein Blick auf die aktuelle Situation in der Grundsicherung war angesichts des zuletzt kontinuierlichen Rückgangs der Leistungsempfängerzahlen positiv, aber auch hier zeigt sich, dass türkische Mitbürger häufiger finanzielle Hilfe zum Lebensunterhalt benötigen als deutsche. Nachdem Christian Schäfer, Berufsberater der Agentur für Arbeit Balingen, in einer Präsentation nochmals die Bedeutung von Schul- und Berufsabschluss hervorhob, viele Informationen rund um das Thema Ausbildung vermitteln konnte und ausführlich erläuterte, wie die Berufsberatung der Arbeitsagentur Jugendliche und Eltern unterstützen können, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion.

Landrat Pauli bekräftigte, dass es im Interesse Aller sei, die Chancen zu nutzen, die sich auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt bieten. Das käme sowohl den türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unmittelbar als auch der Gemeinschaft zugute. Alle Akteure müssten sich daher weiterhin dafür anstrengen, dass auch die berufliche Integration gelinge. Pauli machte sehr deutlich, wie wichtig ihm dieses Anliegen ist. „Es geht uns hier nicht um schöne Worte, sondern um konkrete Hilfe“. Bereits am gleichen Abend wurde das eine oder andere Anliegen direkt mit den Fachkräften der Arbeitsagentur besprochen.

Die Vorstände der Moscheevereine bedankten sich für die ausführlichen und hilfreichen Informationen, die Behördenvertreter boten vielfältige Hilfe an und ermunterten mehrfach dazu, die zahlreichen Dienstleistungsangebote in Anspruch zu nehmen. Der rege Informationsaustausch soll fortgesetzt werden. Alle Anwesenden erklärten, weiter im Dialog und in enger Zusammenarbeit dafür zu sorgen, dass auch türkische Mitbürgerinnen und Mitbürger und ganz besonders die Jugendlichen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Denn ein „Beruf ist ein goldenes Armband“.

(Quelle: Arbeitsamt Balingen, 14.10.2011)

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