Clement zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt: "Rechnerische Lücke im Monat Juli auf 169.853"
Zur gegenwärtigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt erklärt Bundeswirtschafts- und -arbeitsminister Wolfgang Clement:
"Die gegenwärtige Lage auf dem Ausbildungsmarkt gibt keinen Grund zur Dramatisierung der Situation, wohl aber zum konkreten Handeln aller verantwortlichen Akteure, vor allem aller Partner des Ausbildungspaktes.
Nach den Feststellungen der Bundesagentur für Arbeit beläuft sich die rechnerische Lücke im Monat Juli auf 169.853. Sie liegt damit um 8.419 oder 5,2% höher als im Juli 2004. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die tatsächliche Ausbildungsleistung der Betriebe stets deutlich höher ist als von der Bundesagentur für Arbeit erfasst. So wurden auch im "Erfolgsjahr des Ausbildungspaktes" 2004 deutlich mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr 2003 abgeschlossen, obwohl den Agenturen für Arbeit weniger Ausbildungsplätze gemeldet worden waren. Der Grund: Während der Werbekampagnen melden die Unternehmen ihre neuen Ausbildungsplätze eher den Kammern als den Agenturen.
Es müssen dennoch die Anstrengungen zur Mobilisierung von Ausbildungsplätzen und Einstiegsqualifikationen deutlich verstärkt werden." [...]
"Schließlich weise ich darauf hin, dass bloß opportunistische, ausschließlich für den Wahlkampf gedachte Behauptungen weder der Lage noch dem Anspruch der jungen Generation, ernst genommen zu werden, gerecht werden.
So geht die Zahl der Insolvenzen in Deutschland seit dem vergangenen Jahr zurück; die Zahl der Unternehmensgründungen wird in diesem Jahr überdies - wie schon im Vorjahr - deutlich höher liegen als die Zahl der Insolvenzen - eine Abnahme des Ausbildungsplatzangebotes ist so also auf keinen Fall zu begründen." [...]
"Alles in allem: Der Ausbildungspakt ist intakt und funktioniert. Er hat im Ausbildungsjahr 2004/05 bessere Ergebnisse erbracht als von der Wirtschaft und von Bundesseite zugesagt. Es gibt keinerlei Grund, den Abgesang auf den Ausbildungspakt anzustimmen und erneut eine Ausbildungsplatzabgabe zu beschwören, die die Situation mit Sicherheit nicht verbessern würde, schon gar nicht die aktuelle Situation. All dies lenkt nur von der gemeinsamen Aufgabe ab, die für alle gilt, die sich dazu verpflichtet haben, und für die, die mittun wollen und können, ihre Beiträge für die junge Generation zu leisten.
Da erfahrungsgemäß die meisten Vermittlungen in den Sommermonaten bis Oktober stattfinden, ist es selbstverständlich noch möglich, das Vorjahresergebnis zum Bilanzierungsstichtag 30.09. zu erreichen, wenn nicht zu verbessern. Voraussetzung ist allerdings, dass alle Akteure ihre Anstrengungen noch verstärken. Dazu rufe ich ganz im Sinne unseres Ausbildungspaktes auf!"
(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, 03.08.2005)


